Koi

Der Koi

                         Koi

Der Brokatkarpfen ist eine Zuchtform des Karpfens, dessen genaue Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Es gibt hierzu verschiedene Theorien und diese sind strittig.
Laut Überlieferungen waren in China schon vor 2500 Jahren Farbkarpfen bekannt. Angeblich entstanden sie bei der Flußkarpfenzucht, die bereits im elften Jahrhundert vor Christus in China Tradition hatte. Dort symbolisiert der Karpfen Särke, da er als einziger Fisch die Wasserfälle des Gelben Flusses bezwingen kann.
Heutzutage kommen die meisten Koi aus Japan, es gilt jedoch als sicher, daß der Koi nicht von dort stammt. Im achtzehnten Jahrhundert wurden Koi in der heutigen Präfektur Niigata zur Nahrungsaufbesserung von Reisbauern gehalten, da sie im Winter kaum andere Nahrung hatten. So entstanden bei der Koizucht rote, weiße und hellgelbe Farbmutanten. Erst 1914 gewannen in Tokio
einige dieser Koi bei einer Ausstellung den zweiten Preis. Kronprinz Hirohito, der Biologe war, erhielt damals sieben dieser Koi als Geschenk. Diese Taisho-Ausstellung war der Durchbruch der Koi-Zucht, wie man sie heute kennt. Heute züchten begeisterte Koi-Anhänger aus Israel, Singapur und Südaftika bereits immer schönere Koi und die Zuchtqualität der Koi wird auch in vielen anderen Ländern kontinuierlich gesteigert.
Der Koi kann bis zu sechzig Jahre alt werden – allerdings nur unter Optimalbedingungen der Wasserparameter und Teichhygiene. Leider werden viele Koi auch oft keine zehn Jahre alt wegen schlechter Bedingungen. Koi können bis zu einem Meter groß werden und entgegen der landläufigen Meinung hängt das Koiwachstum nicht von der Teichgröße ab. Die Wachstumsgesschwindigkeit von Koi wird jedoch positiv beeinflußt von der Größe des Gewässers und dessen Wassertemperatur. Diese sollte im Frühling vierzehn bis achzehn Grad Celsius, im Sommer zwanzig bis sechsundzwanzig Grad, im Herbst fünfzehn bis einundzwanzig Grad und im Winter mindestens vier Grad Celsius betragen. Koi sind lebensfähig zwischen drei und achtunddreißig Grad Celsius. Daher sollte ein Koiteich ausreichend tief sein (mindestens ein Meter), denn dann herrscht am Teichgrund eine Mindesttemperatur von vier Grad, bis er von oben her zufriert. Daher müssen Bei Koiteichen Eisfreihalter o.Ä. verwendet werden im Winter.
Für das Koi-Wachstum ist auch die Wasserqualität mit ausschlaggebend. Die Nitrit-Werte, die Ammoniak-Werte und der pH-Wert müssen in Koi-Teichen regelmäßig kontrolliert werden und es sollte eine entsprechende Filtertechnik vorhanden sein, denn der Koi ist durch seine Exkremente ein extremer Wasserverschmutzer unter den Fischen.
Koi können bei Koi-Liebhabern erheblichen Wert erlangen und viel Geld kosten und auch einbringen. Ausschlaggebende Kriterien für den Wert eines Koi sind Körperbau, Zcichnung und Hautqualität. So kann beispielsweise ein acht Jahre alter Koi (Kajaku-Zuchtmutter des renomierten japanischen Züchters Ogata) bis zu 38000 Euro einbringen.
Nichr nur deshalb entwickelt sich zwischen Koi unld Koi-Halter oft eine sehr persönliche Beziehung, zumal man bei guter Pflege seinen Koi fast ein Leben Lang bewundern kann und Koi im Gegensatz zu den meisten anderen Fischen den Menschen kaum scheuen und auch vor Berührungen nicht zurückschrecken. Sie sind darüber hinaus fessellnde Unterhalter und ausgeprägte individuelle Persönlickeiten.


                                                   Elke Berkler

 

 

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